Pflegen Sie Ledersofas und Taschen je nach Lederart und nach den Angaben des Herstellers. Entfernen Sie Staub trocken und sanft, tupfen Sie Flüssigkeiten sofort ab. Reiben, Durchnässen und ungeprüfte Pflegemittel können Flecken oder Veränderungen der Oberfläche verursachen.
Glattleder, offenporiges Anilinleder und aufgerautes Nubukleder reagieren unterschiedlich auf Wasser und Reiniger. Prüfen Sie zuerst das Pflegeetikett oder die Herstelleranleitung. Ein Mittel für ein Sofa eignet sich nicht automatisch für eine Handtasche oder ein Portemonnaie.
Lederart zuerst bestimmen
Pigmentiertes Glattleder hat eine schützende Farbschicht auf der Oberfläche und ist meist weniger empfindlich gegenüber leichten Verschmutzungen als offenporiges Leder. Anilinleder ist durchgefärbt und bleibt offenporig. Flüssigkeit und Schmutz können leichter eindringen und sichtbare Ränder hinterlassen.
Nubuk und Velours gehören zu den aufgerauten Lederarten. Ihre Oberfläche reagiert empfindlich auf Fett und Feuchtigkeit; sie braucht andere Pflege als Glattleder. Kunstleder besteht aus einem anderen Material und sollte nach den dafür vorgesehenen Pflegehinweisen behandelt werden.
Wenn Sie die Lederart nicht kennen, verwenden Sie zunächst weder Reiniger noch Pflegecreme. Fragen Sie beim Möbel- oder Taschenhersteller nach, bevor Sie ein Produkt auftragen.
Leder sanft reinigen
Entfernen Sie Staub regelmäßig mit einem sauberen, weichen Tuch. Mit einer weichen Bürste reinigen Sie Nähte und Falten. Polsterritzen lassen sich vorsichtig absaugen, sofern die Düse und die Saugleistung das Leder nicht beschädigen. Wischen Sie möglichst ohne Druck und kräftiges Reiben.
Manche Möbelleder lassen sich bei leichter Verschmutzung mit einem weichen, gut ausgewrungenen, leicht feuchten Tuch reinigen. Befeuchten Sie das Leder sparsam und lassen Sie es anschließend an der Luft trocknen. Tragen Sie Pflegeprodukte erst auf, wenn Staub und lose Schmutzpartikel entfernt sind. Sonst reiben Sie die Partikel beim Wischen in die Oberfläche.
Wählen Sie bei stärkerer Verschmutzung einen Reiniger, der zur Lederart passt und den der Hersteller empfiehlt. Testen Sie ein zugelassenes Mittel zunächst an einer verdeckten Stelle und beobachten Sie, ob sich Farbe oder Oberfläche verändern. Eine milde Seifenlösung ist keine allgemeine Empfehlung für jedes Leder: Herstellerhinweise gelten oft nur für bestimmte Modelle und Lederarten.
Flecken sofort abtupfen
Nehmen Sie verschüttete Flüssigkeit sofort mit einem sauberen, saugfähigen Tuch auf. Tupfen Sie von außen nach innen, ohne den Fleck zu verreiben, damit er sich weniger stark verteilt. Verwenden Sie nur so viel Feuchtigkeit wie nötig und durchnässen Sie das Leder nicht.
Wenn Flecken bereits eingezogen sind oder es um Tinte und starke Fettspuren geht, gibt es keine sichere Methode für alle Lederarten. Punktuelles Reinigen kann bei empfindlichem Leder Ränder oder Farbunterschiede hinterlassen. Wenn die Herstelleranleitung keine passende Behandlung nennt, lassen Sie den Fleck von einem Lederpflegespezialisten oder einer professionellen Reinigung beurteilen.
Sonne und Wärme vermeiden
Stellen Sie Ledermöbel möglichst nicht in direktes Sonnenlicht. UV-Licht bleicht Farben aus; starke Wärme und sehr trockene Luft begünstigen das Austrocknen und Verhärten des Leders. Halten Sie auch Abstand zu Heizkörpern und anderen Wärmequellen. Vitra empfiehlt für die eigenen Möbel mindestens 30 Zentimeter Abstand. Dieser Wert ist eine Herstellerangabe und gilt nicht automatisch für jedes Möbelstück.
Für alle Lederarten gibt es keinen festen Richtwert zur Luftfeuchtigkeit. Ein Möbelanbieter nennt 40 bis 60 Prozent als Richtwert. Wichtiger ist, sehr trockene Luft zu vermeiden und die Hinweise des Herstellers zu beachten.
Taschen und Accessoires anders pflegen
Bei Taschen, Geldbörsen und anderen Lederaccessoires gilt zuerst die Pflegeanleitung der Marke. Manche Hersteller raten bei ihren Lederwaren ausdrücklich von handelsüblichen Pflegemitteln ab. Verwenden Sie daher keine Möbelpflege oder Schuhcreme, bevor die Marke deren Einsatz freigibt. Auch Sattelseife und Imprägnierung kommen erst infrage, wenn die Marke sie freigibt.
Schützen Sie Accessoires vor längerer direkter Sonne. Halten Sie sie auch von Hitze und Feuchtigkeit fern. Kosmetik und Parfüm können die Oberfläche oder Farbe beeinträchtigen. Das gilt auch für ölhaltige Produkte und Alkohol. Wird eine Tasche nass, tupfen Sie sie mit einem weichen, fusselfreien Tuch ab und lassen Sie sie bei Raumtemperatur trocknen. Helle Lederwaren sollten möglichst keinen dunklen oder abfärbenden Textilien ausgesetzt sein, etwa ungewaschenem Denim.
Bewahren Sie Taschen in einem Schutzbeutel und fern von Licht auf. Stopfen Sie sie locker aus, damit sie ihre Form behalten, und vermeiden Sie Entfeuchterbeutel, sofern der Hersteller sie nicht ausdrücklich empfiehlt.
Diese Pflegefehler vermeiden
Scheuern Sie Flecken nicht kräftig weg. Reiben belastet die Oberfläche und kann den Schmutz verteilen. Verzichten Sie außerdem auf Lösungsmittel, Benzin, Terpentin, Bohnerwachs und ungeprüfte Hausmittel wie Speiseöl, Milch oder kosmetische Cremes. Solche Mittel können Flecken hinterlassen oder die Oberfläche verändern.
Tragen Sie Pflegeprodukte auch nicht nach einem starren Kalender auf. Die Angaben unterscheiden sich: Manche Möbelhersteller empfehlen für ihre Produkte ein bis zwei Anwendungen pro Jahr, andere warnen vor zu häufiger Pflege. Entscheidend sind Lederart, Zustand und Herstellerhinweis. Ein weiches, sauberes Tuch ist die vorsichtige Wahl; Mikrofasertücher sind nicht für jede Lederoberfläche geeignet, weil sie Farbe oder Pflegemittel aufnehmen können.




