Wasser an der Innenseite des Schlafzimmerfensters entsteht, wenn feuchte Luft an der kalten Scheibe abkühlt und Wasserdampf zu Wassertropfen wird. Menschen geben nachts durch Atmen und Schwitzen Feuchtigkeit an die Raumluft ab; die Verbraucherzentrale nennt bis zu einem halben Liter Wasserdampf pro Person und Nacht als Richtwert. Ältere oder schlecht gedämmte Fenster sowie kalte Außenwände und Wärmebrücken, also besonders kalte Stellen an der Gebäudehülle, begünstigen Kondenswasser. Es beweist allein weder falsches Lüften noch einen Baumangel.
Lüften Sie morgens kurz und gründlich. Wischen Sie die Scheibe trocken und beobachten Sie, ob das Wasser wiederkehrt. Feuchtigkeit auf der Außenseite hat andere Ursachen. Beschlägt es zwischen den Scheiben, kann die Dichtung beschädigt sein; lassen Sie das Fenster prüfen.
Morgens richtig lüften
Wischen Sie Wasser von Scheibe und Rahmen und öffnen Sie danach das Schlafzimmerfenster weit. Das Umweltbundesamt empfiehlt, das Schlafzimmer morgens etwa 5 bis 10 Minuten zu lüften. Öffnen Sie, wenn möglich, gegenüberliegende Fenster. Durchzug tauscht die Luft schneller aus.
Im Winter reicht bei Kälte oder Wind oft eine kürzere Lüftungszeit. Die Verbraucherzentrale nennt dafür etwa 3 bis 5 Minuten. Wie lange Sie lüften sollten, hängt auch vom Wetter ab und davon, wie gut die Luft durch die Wohnung strömt. Lassen Sie das Fenster währenddessen nicht dauerhaft gekippt: In der kalten Jahreszeit kühlen Fensterbereiche und angrenzende Flächen dadurch aus. Das kostet Heizenergie und kann feuchte Stellen begünstigen.
Lüften Sie das Schlafzimmer auch vor dem Schlafengehen. Ist es kühler als die übrigen Räume, halten Sie die Tür nachts geschlossen. So gelangt weniger warme, feuchte Luft in das kalte Zimmer und setzt sich dort an Fenstern oder Wänden ab.
Luftfeuchtigkeit und Temperatur prüfen
Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchtigkeit, also den Wasserdampfanteil der Luft im Verhältnis zu der Menge, die sie bei dieser Temperatur aufnehmen kann. Das Umweltbundesamt nennt 40 bis 60 Prozent als groben Richtwert. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass regelmäßig mehr als 50 Prozent im Winter in manchen Wohnungen bereits problematisch sein können. Besonders an kalten Ecken oder Wärmebrücken kann sich Feuchtigkeit sammeln, obwohl das Hygrometer in der Raummitte einen niedrigeren Wert zeigt.
Nutzen Sie die Messung, um zu erkennen, wann die Luftfeuchtigkeit regelmäßig steigt. Der Messwert allein garantiert nicht, dass die Fenster trocken bleiben. Steigt die Luftfeuchtigkeit regelmäßig, lüften Sie häufiger und prüfen Sie, ob die Fensterfläche oder eine Außenwand auffällig kalt bleibt. Sichtbare Tropfen am Fenster sind ebenfalls ein Grund, Feuchtigkeit zu entfernen und den Raum zu lüften.
Lassen Sie das Schlafzimmer nicht stark auskühlen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Schlafräume tagsüber auf mindestens 16 bis 18 °C zu bringen. Halten Sie Heizkörper frei, damit sich die warme Luft verteilen kann. Große Möbel sollten an schlecht gedämmten Außenwänden nicht direkt anliegen. Das Umweltbundesamt empfiehlt dort einen Abstand von mindestens 3 bis 5 Zentimetern.
Wenn das Fenster weiter beschlägt
Tritt Kondenswasser trotz regelmäßiger Lüftung und angemessener Wärme immer wieder auf, prüfen Sie auch die baulichen Bedingungen. Kalte Scheiben, undichte oder schlecht gedämmte Fenster, Wärmebrücken und eine sehr dichte Gebäudehülle können Feuchtigkeit begünstigen. Nach einer energetischen Sanierung tauscht sich die Luft häufig anders aus. Dann müssen Sie Ihre Lüftungsgewohnheiten anpassen.
Achten Sie nicht nur auf die Scheibe. Feuchte Fensterrahmen, dunkle Stellen an der Wand neben dem Fenster und muffiger Geruch sind Hinweise, die Sie ernst nehmen sollten. Bleiben Oberflächen dauerhaft feucht oder zeigt sich Schimmel, suchen Sie nach der Ursache und lassen Sie sich bei Bedarf fachlich beraten. Wiederholtes Abwischen entfernt sichtbares Wasser, lässt eine anhaltende Feuchtequelle aber bestehen.
Schalen mit Salz, Katzenstreu oder Granulat werden gelegentlich als Feuchtigkeitsfänger empfohlen. Ihre Wirkung im Schlafzimmer ist jedoch nicht verlässlich belegt. Für ausreichendes Lüften und die Prüfung kalter oder feuchter Bauteile sind sie kein Ersatz.




